CHÂTEAU VERDURE

Es ist spät am Morgen, vor uns liegen noch 650 KM. Unser Ziel ist ein seit langer Zeit verlassenes, einst sehr luxuriöses Herrenhaus. Vorbei an fantastischen Anwesen, die ihres Gleichen suchen. Eine Gegend der Superreichen…und mitten drin, eine ganz besondere Schönheit. Versteckt hinter bewachsenen Bäumen, wie der Name schon vermuten lässt, umgeben von einer hohen Mauer liegt das Château Verdure – bröckelnd und verfallen.

Wahrscheinlich wurde es in den 1930er Jahren erbaut und liegt nun vergessen in einem französischen Vorort.

Der Eingangsbereich ist die Hauptattraktion an diesem Ort. In einer Nische unter einer geschwungenen Steintreppe steht ein alter staubiger Flügel auf einem schwarz-weiß karierten Fliesenboden. Der Glanz  ist längst verblasst. Die Sonne scheint durch die Fensterscheiben der Doppeltüren und wirft ein schönes, subtiles Licht auf die Tasten. Der Boden ergänzt sich vom Treppenabsatz im ersten Stock aus wunderbar. Von diesem Standpunkt aus krümmt sich das schmiedeeiserne Geländer der Treppe um das Klavier. Es ist wahrscheinlich die geschwungene Form der massive Steintreppe, die für die strukturelle Integrität dieses Raums sorgt.

Beim Betrachten der Wände und Böden bekommt man eine ganz eigene Vorstellung wie prachtvoll es hier einst gewesen sein muss. Die Zeit hat jedoch deutliche Spuren hinterlassen. Die obere Etage ist nicht mehr begehbar und liegt zum Großteil schon ein Stockwerk tiefer. Einige provisorische Stützen sind aufgestellt worden, um Schlimmeres zu verhindern. Leider wurde auch dieser Ort von Sprayern heimgesucht.